Abendveranstaltung 2016

Selbstoptimierung – ein viel diskutiertes und populäres Thema. Ob die eigene Gesundheit, Fitness oder die Produktivität im Alltag: unzählige Lebensbereiche lassen sich perfektionieren. Selbstoptimierer beobachten, messen, disziplinieren – und verbessern sich? Nicht besser zu sein als die Kollegen, die Freunde oder Bekannten ist ihr Ziel, sondern lediglich besser als sie selbst am Tag zuvor.

Das wohl wichtigste Hilfsmittel: Das Smartphone. Immer dabei agiert es als Hausarzt, Tagebuch, Dokumentationshelfer und Motivator. Denn zahlreiche Fitnessapps sind schon längst nicht mehr nur dafür da, um Fortschritte im Laufen, Rad- oder Skifahren zu verzeichnen: sie melden sich regelmäßig mit kleinen Botschaften zu Wort, um dich weiter zu treiben und zum Sport machen zu animieren. Nebenbei achten sie darauf, dass du ein gesundes Leben führst – genug schläfst, gesund isst und genügend Schritte am Tag machst. Um auch sonst nicht den Überblick zu verlieren, unterstützen dich andere Apps im alltäglichen Leben und versuchen dieses so effektiv wie möglich zu gestalten: ob durch To-Do-Listen, Finanzübersichten oder Apps zur Steigerung der kognitiven Leistung – es scheint keinen Lebensbereich zu geben, für den es keine App gibt.

Durch all diese Apps erhalten wir die Möglichkeit, Strukturen zu schaffen und uns selbst in Zahlen auszudrücken. Ein Stück weit erhalten wir die Kontrolle über unseren Alltag, können quantifizieren, wie groß unsere Fortschritte oder Rückschritte sind. Diese Form der Kontrolle hilft vielen von uns ihre Ziele zu erreichen. Es motiviert und weckt den Ehrgeiz, unser Alltag wird durch Apps ohne großen Aufwand organisiert. Selbstoptimierer der „Quantified-Self“ Bewegung machen sich dies schon lange zunutze, frei nach dem Motto „Selbsterkenntnis durch Zahlen“.

 

Die Verantwortlichen

Imke Irmer

Leni Hilbricht

Facebook-Event

Doch stellt sich nun die Frage, ob Zahlen und Fakten schlussendlich wirklich aussagen können, ob ein Tag gelungen ist? Oder ob wir unserem vermeintlichen Ziel wirklich nähergekommen sind? Inwieweit können solche Zahlen einem Menschen überhaupt gerecht werden? Und kann bei all dem Vermessen unseres Ichs am Ende des Tages ein kleines Stück Menschlichkeit verloren gehen? Denn sind unsere Fehler nicht letzten Endes das, was ein Individuum ausmacht und hervorhebt?

Des Weiteren kann näher beleuchtet werden, wie solche Apps dabei helfen können ein Ziel zu erreichen. Kann es ein solches Ziel überhaupt geben oder handelt es sich bei der Verbesserung der eigenen Person nicht um einen endlosen Prozess, der kein Ende finden kann, weil sich das Ziel mit dem eigenen Fortschritt weiterentwickelt?

Unter anderem diesen Fragen möchten wir uns bei unserer Abendveranstaltung am Donnerstag, den 24. November 2016 im Münsteraner Schloss widmen.